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Kolonaki - oder wie eine verrückte Idee Wirklichkeit wurde

Von Kolonaki

Krouni ist ein uraltes, seit dem grossen Erdbeben im Jahr 1965 fast zur Gänze entsiedeltes Dorf nahe Meer und Kultur. Das Dorf liegt 5km vom Badestrand Kato Samiko und nur 14km von Olympia mit seinen archäologischen Ausgrabungen entfernt. Die damalige Militärdiktatur sorgte dafür dass die in Not geratenen Menschen Kredite bekamen um im neu erschaffenen Dorf Kallikomo Ersatzhäuser zu bekommen, die sie über Jahre abzahlen konnten. Leider ist es kein schönes Dorf geworden und so haben sich manche der Dorfbewohner in späteren Jahren an Krouni, das ehemalige, das alte Dorf, erinnert.
Ich selbst kam 1992 ins Dorf und entschloss mich hier ein Ferienhaus zu bauen. Aus dieser Idee entstand die Erweiterung dieser, nämlich ein Kafeneion zu eröffnen, das ich von 1996 bis 1999 erfolgreich führte. Dann wurde mir diese Aufgabe zu einfach und ich entschloss mich anderen Interessierten das Dorf und die Umgebung schmackhaft zu machen. So bot ich Ferienhäuser an. Im kleinen Stil mach ich das noch heute, nur kam etwas ganz Grundlegendes dazu:
Kolonaki!
Unser Dorf leidet seit Jahren an einer Überalterung, die dadurch entstand, dass sich hier im Dorf nichts mehr befand, was eine zB junge Familie dazu bringen könnte hierher zu ziehen. Weder gibt es Wohnungen zu mieten, die Häuser sind alt, die Besitzer oft innerfamiliär zerstritten, so dass kein Verkauf zustande kommt, all das ist nicht förderlich.
So kam ich auf die Idee dem Dorf auf meine Art neuen Atem zu schenken, zu versuchen, etwas Leben an den Dorfplatz zu bringen. Seit 1994 besitze ich neben dem Dorfplatz in Krouni ein kleines Grundstück, welches ich damals zusammen mit einem grösseren übernahm. Darauf liess ich von zwei mir bekannten Handwerkern ein kleines Gelände erstellen und nannte es, weil noch ein Baurest mit zwei Säulen (griechisch: Kolonnen) existierte, "Kolonaki", also kleine Säulen.
Meine Idee war und ist es, dem Dorf Kultur und Leben zu bringen und damit die Menschen aus der Umgebung zu reizen, zu uns ins Dorf zu kommen, die Schönheiten zu sehen und die Zeit bei uns zu geniessen. So entstand im Winter 2016/2017 in langer Arbeit, nach Erlangung der notwendigen Bewilligungen und unter Beachtung des Winterwetters ein Kleinod, wie es seit der Blüte des Dorfes (Krouni hatte vor dem Beben über 1000 Einwohner) wohl nicht mehr zu erleben war.
Im Frühling begann die erste Saison mit der Einweihung durch den Ortspfarrer, gleich danach wurde die erste Ausstellung mit Werken des Schweizer Künstlers Hans-Rudolf Steininger eröffnet, die sehr guten Anklang fand. In Folge kamen Abende mit Musik, weitere Ausstellungen, im Sommer Live-Abende mit Gitarre und Gesang, unter anderem mit der Wiener Liedermacherin Heidi Moussa-Benammar, die ihre Ferien mit einem Abend in Jam-Session verband. Ein wunderschöner Erfolg und ein grossartiger Sommerabend. Zur Wochenmitte legte ein griechenlandweit bekannter Discjockey (DJ JN Planetree) seine speziell für uns zusammengestellte "AmbientMusic" auf und begeisterte damit die anwesenden Gäste, die sich mit Freude an der Plateia, unserem Dorfplatz, niedergelassen hatten.
Weitere Ausstellungen folgten, ein Designer zeigte seine Werke aus recyclierten Materialien, aus denen er wunderschöne Standlampen fertigte und anbot. Ein weiterer Künstler zeigte seine an der Hochschule der schönen Künste erworbenen Kenntnisse, die er in noch nie gesehene Aquarelle umsetzte, die rundum begeisterten.
Der beginnende September erst liess wieder Ruhe ins Dorf kommen, war doch Schulbeginn in ganz Griechenland, die Urlaube waren vorbei und das Dorf verfiel mehr oder weniger wieder in den bis anhin bekannten Dornröschenschlaf. Wohl waren ein Flohmarkt und ein weihnachtlicher Umtrunk noch Anlässe, die es wert sind, erwähnt zu werden, doch so richtig beginnen wird das Leben erst wieder im Frühling 2018, so es das Wetter zulässt.
Die Planung für die kommende Saison sieht wieder neue Ausstellungen vor. Konzerte sind ebenso geplant, so wurden erste Gespräche mit einem griechischen Gitarristen geführt, der zugesagt hat, Lieder aus den 5oer und 60er Jahren zum Besten zu geben. Daneben sind zwei weitere Livekonzerte mit einer jungen Sängerin aus Italien geplant, die Blues und Rock darbietet und deren Auftritt wohl im Juli stattfinden wird.
Im August werden längst wieder die gewünschten Ambient-Music -Evenings stattfinden, aber genauso wird versucht, den Sologitarristen (Akis Kleko) zu Auftritten bewegen zu können. Ein weiteres Highlight wird das neuerlich Auftreten von Heidi Moussa-Benammar sein, die ihre Liebe zu unserem Dorf und zu Kolonaki schon vergangenes Jahr deutlich bekundet hat.
Abgerundet wird das diesjährige Sommerprogramm durch sonntägliche Musik, neben der dem Sport des Darts ebenso nachgegangen werden kann wie dem spannenden Backgammon oder einer Partie Boccia auf dem Dorfplatz.
All das wird, und das ist ein sehr wichtiger Punkt, ausschliesslich und zur Gänze privat durchgeführt, auf privatem Gelände unter Benützung des genannten Dorfplatzes für die anwesenden Gäste, aber ohne irgendeine auch noch so kleine finanzielle Unterstützung egal von welcher Seite. Privat bleibt Privat und kostenlos bleibt kostenlos.
Damit nicht auf das für Griechen und Fremde gleich wichtige leibliche Wohl vergessen wird sei darauf hingewiesen dass Getränke und bei Live-Anlässen Speisen vom nebenan liegenden Dorfkafeneion kommen und auf dem Dorfplatz mit Freuden zu Kafeneionpreisen serviert werden.
So bleibt zu hoffen dass der Wettergott auch 2018 gnädig sein wird und dass die Anlässe, die übrigens auf der eigenen Facebook-Seite (Kulturelles Eck Kolonaki in Krouni) entsprechend angekündigt werden, wieder den Anklang finden der im ersten Jahr so schön zu erkennen war.
Es ist mir ein Anliegen darauf hinzuweisen dass es mich als Verantwortlichen sehr freut wenn ich Gäste aus der Umgebung begrüssen darf, die vielleicht aus Interesse unser Dorf besuchen und sich von der guten Laune anstecken lassen, die Kolonaki verbreitet. (AK)

Geschrieben 10.02.2018, Geändert 10.02.2018, 1102 x gelesen.

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