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NICHORIA - MYCENAEAN THOLOS TOMB bei heutigen Dorf Karpofora

Von Jorgos Milonas

MYCENAEAN THOLOS TOMB
bei heutigen Dorf Karpofora (Distrikt Messenien, Südpeloponnes)
Antike Städchen/Siedlung Nichoria, 4. Jahrtausend – 13 Jh. BC

Die Ausgrabungsstätte liegt links der Hauptstrasse, die von Kalamata über Messini nach Pylos und Methoni führt. Einen Wegweiser für diese Sehenswürdigkeit, von Kalamata kommend, gibt es nach ca. 24 km leider nicht, dafür gibt es ihn in der Gegenrichtung.

Nach einem mehr Unweg als Weg doch angekommen am Ziel, fand ich das überschaubare Areal total verriegelt vor, ohne jegliche Angabe über Öffnungszeiten oder die lokale Zuständigkeit - einfach keiner da…
Die Anlage befindet sich autonom an einem der sanften Landschaftshügel. Die Blütezeit der Nichoria wird auf Grund der Funde in die Zeit 1400 – 1200 vor unserer Zeitrechnung gesetzt.

Die Fundstelle wurde ziemlich genau archäologisch erfasst, allerdings erst in der letzten Zeit, sodass vieles im Laufe der Zeit und den Plünderungen verschwunden ist. Man fand trotzdem viele wertvolle Artefakte. Man unterscheidet zwischen den Funden, die in den Wohngebieten gefunden wurden und denen, die man an Stellen, die den religiösen Ritualen dienten. Grabbeigaben für die Toten zeigen auf ein höheres Niveau des Wohlstandes der in Nichoria herrschte.

Reichverzierte Tongefässe und Siegel aus Halbedelsteinen, kleine Schmuckstücke aus Gold und Elfenbein konnten die Archäologen trotz recht späten Grabungen finden.
Wikipedia: „…archäologische Grabungen unter der Leitung von George R. Rapp und William McDonald von der University of Minnesota an der verhältnismäßig großen Siedlung, die aber nicht die Größenordnung einer mykenischen Palastsiedlungen erreichte, fanden von 1968 bis 1975 statt (Nichoria I-III). In der ursprünglich bronzezeitlichen Siedlung, deren überbaute Fläche in mykenischer Zeit auf annähernd vier Hektar geschätzt wurde, fanden sich einstöckige, rechteckige Gebäude. Nichoria war in mykenischer Zeit wohl dem bedeutenderen Pylos untergeordnet...“
Danach wurde die Fundstelle wieder konservierend bedeckt. Leider haben, wie überall, die Einheimischen etliche Steine für Ihre Bauten abgetragen…

Im 12. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurde Nichoria, wie der Palast von Nestor zerstört.
Neben und um diese Stelle wurde noch viele schmucke Gräber gefunden, die man heute, wegen den vorsorglichen und auch finanziellen Gründen, nicht mehr sieht, weil sie wieder zugedeckt wurden. Diese Gräber stammen aus verschiedenen Epochen der lokalen Besiedlung, also vor und auch nach der Blütezeit von Nichoria.

Der reisetechnische „Seitensprung“ hat sich gelohnt, da er eindrücklich dokumentiert ist und bestärkt die Annahme, dass diese Gegend wesentlich bevölkerungsreicher war, als man anfänglich angenommen hat.

Fotos © pollak-presse

Geschrieben 28.11.2020, Geändert 28.11.2020, 270 x gelesen.

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