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Windräder, Flugtraining und noch weniger Touristen in Methoni?

Von Jorgos Milonas

Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen das Aufstellen von stromerzeugenden Windmühlen, südlich von Pylos (entlang der Zufahrtstrasse), da sie oft als einzige Lösung auf den Inseln "gut und schlecht" funktionieren. Nun versucht eine aktive Touristin aus Paris etwas ins Rollen zu bringen. Ihre Liebe zur Region führte dazu, dass Frau Gouzi schon bald Griechisch gelernt hat und viele Einheimische zu ihren Freunden zählen kann. Familie Gouzi kommt nach Kenourio Chorio seit mehr als 20 Jahren, renovierte dort ein altes Haus und lädt zu sich und in unsere Region ihre Freunde aus ganz Europa ein.

Nun hat Frau Gouzi überwiegend unter den residierenden Ausländern eine Initiative ergriffen, die sie am 22.08.2006 dem Gemeinderat von Methoni unterbreitete. Begleitet wurde diese Vorstellung durch ein paar Dutzend Sympathisanten, die auf selbstgemalten Transparenten ihr Anliegen veranschaulichten. Auch einige Einheimische erkundigten sich interessiert über die Windräder.

Allen Beteiligten ist das Bewusstsein gemein, dass elektrischer Strom aus Wind eine gute und saubere Sache ist. Aus der Erfahrung aus den eigenen Ländern weiss man aber auch, dass durch Windräder ganze Regionen verunstaltet wurden, total entwertet und als Folge dessen von Touristen gemieden werden. So zum Beispiel ist die einstige Urlaubsregion, zwischen Wien und Bratislava (ca. 1200 km2) durch Hunderte von Windrädern apokalyptisch geworden und teilweise schon entvölkert. Genau das will man nun gemeinsam in "unserer" schönen Ferienregion im Südpeloponnes verhindern. Bestimmt lassen sich geeignete Standorte finden, die abseits der Touristenpfade liegen.

Ähnlich gelagert ist die Lärmbelästigung durch Flugtraining, der täglich vom morgens bis abends durch jaulende Motoren den Himmel über Methoni zu einer nicht bestellten Flugschau werden lässt. Nicht einmal zur Siesta wird sie unterbrochen. Alle sind ich einig, dass trainiert werden muss. Bestimmt liesse sich ein weniger bewohnter Landteil finden, wo der Lärm der Looping, Sturzflüge und Angriffssimulation die Touristen nicht verscheucht, wie es hier schon seit mindestens zwei Jahren der Fall ist. Auch meine Verwandten fassten ihren Urlaub bei uns in Methoni zusammen: "wie kannst du, Jorgo, so etwas mehr als paar Tage aushalten?"

Nun griffen wir letztes Jahr zur schriftlichen Offensive. Alle Briefe, die wir (namentlich an Persönlichkeiten) an das Tourismusministerium, Verteidigungsministerium, Umweltbehörde, Poliziepräsidium und Flughafendirektion in Kalamata verschickt haben, blieben unbeantwortet. Nach dieser frustrierenden Erfahrung ist man etwas verunsichert - was kann man nun von der Initiative für akzeptable Windräder erwarten?

Madame Etienette fragt sich skeptisch nach stundenlangem Warten: "Werden die gestrigen langen Beratungen in der Gemeinde in Methoni etwas bringen?". Tourismus ist doch Griechenlands grösstes Kapital und Einnahmequelle. Man muss sich also ernsthaft fragen, wie lange darf man es noch derart verschwenden? Wo findet man Mitte Juli gegen Mittag einen praktisch leeren Strand? In Methoni, aber mit Fluglärm. Der Fluglärm blieb, die Mühlen werden wahrscheinlich vorläufig nicht gebaut. Der öffentliche Druck, Interviews in der Elefteria, Week in Messinia und in griechischen Fernsehen haben ihre Wirkung gezeigt – gewonnen ist die Schlacht um eine saubere Energie und gleichzeitig Naturschutz aber noch lange nicht.

Geschrieben 16.11.2006, Geändert 16.11.2006, 2602 x gelesen.

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