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Die Burg von Mykene

Von Uwe

Mykene, das ca. 13km nördlich Argos liegt, ist die bedeutendste Burganlage der späthelladischen Zeit (1600-1100 v.Chr.) in Griechenland. Die Burg liegt auf einem dreieckigen Hügel, an der Südseite durch die tiefe Chavos-Schlucht vom steilen Hügel Sara getrennt. Im Norden liegt der Berg Agios Elias.

Der Burgberg ist von Mauern aus großen Steinblöcken umgeben. Die Mauern sind 3-8m dick und größtenteils in kyklopischer Bauweise errichtet. Sie wurden in drei Phasen errichtet. Die ersten Mauern, die etwa um 1350 v.Chr. erbaut wurden, umschlossen nur den Gipfel des Hügels. Etwa um 1250 v.Chr. wurde das Gräberrund A in die Befestigung einbezogen und das Löwentor und das Nordtor wurden gebaut. Bei der Erweiterung um 1200 v.Chr. wurde auch der Zugang zur unterirdischen Wasserversorgung befestigt.

Die Mauern sind in ihrer Gesamtausdehnung bis auf ein Stück, das in die Chavos-Schlucht gestürzt ist, erhalten. Allerdings nicht in ihrer ursprünglichen Höhe, die auf bis zu 12m geschätzt wird.

Das Löwentor ist der Eingang zur Befestigung. Es ist ein einmaliges Architekturdenkmal. Es wurde aus vier monumentalen Blöcken aus Muschelkalk gebaut. Türsturz und -schwelle sollen jeweils über 20 Tonnen wiegen. Die dreieckige Lücke über dem Türsturz, das sog. Entlastungsdreieck, ist mit der ältesten europäischen Monumentalskulptur geschmückt: zwei sich gegenüber stehende Löwen, deren Köpfe fehlen.

Die kyklopischen Mauern, das Löwentor und das Gräberrund A mit den Königsgräbern sind die größten Sehenswürdigkeiten in der Burganlage.

Das Nordtor und den Zugang zur Zisterne (Persaiabrunnen) sollte man sich auch ansehen. Dabei durchquert man den Palast und Häuser, von denen Mauer- und Säulenstümpfe und Fußböden zu sehen sind.

Ich empfehle für den Besuch von Mykene eine Übernachtung in der Nähe, um morgens vor den vielen Busladungen internationaler Touristen auf dem Gelände zu sein. Durch diesen Vorsprung hat man beim Rundgang mehr Ruhe. Bis man wieder zum Löwentor zurückkehrt und vielleicht einer japanischen Reiseleiterin zuhören kann, was aber auch ein Erlebnis sein kann.

Bautechniken der mykenischen Mauern

kyklopisch: aus unregelmäßigen, nicht bearbeiteten Steinblöcken, die Lücken mit kleinen Steinen oder Erde gefüllt.

Die Bezeichnung ‚kyklopisch' stammt von der Auffassung, das nur übermenschliche Wesen, die Kyklopen in der Lage gewesen sein können, derartig riesige Steinblöcke zu bewegen.

pseudo-isodomisch: aus regelmäßigen, annähernd rechteckigen Blöcken verschiedener Länge in waagerechten Reihen.

Geschrieben 03.06.2001, Geändert 03.06.2001, 10020 x gelesen.

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