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Parnon - eine kurze Wanderung

Von noname

Gut geschüttelt und gestaubt in Aghios Petros angekommen? Wenn nicht, ist etwas falsch gelaufen oder die Asphaltierung Griechenlands hat in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Jedenfalls sofern das als Fortschritt bezeichnet werden soll.

Wenn was falsch gelaufen ist, so fangt doch einfach noch einmal in Kosmas an.

Aghios Petros erreicht man in kurvenreicher Fahrt nicht nur auf Schotter von Kosmas, sondern auch von Tripolis oder von Astros kommend auf einer leidlich gut ausgebauten Asphaltstrecke.

Der letzte Teil der Strecke von Tripolis führt, an den Hängen der Parnonausläufer gelegen, durch die wenigen Restbestände von Kastanienurwäldern, die noch auf dem Peloponnes zu finden sind. Der Parnon war bis in die 50er Jahre noch ein Hauptlieferant für Holzkohle auf dem Peloponnes. Die Holzkohle wurde mit Maultieren auf Wegen über den gesamten Peloponnes transportiert, deren Geschichte z.T. bis in die Antike zurückverfolgt werden kann. Leider sind von diesen Weganlagen heute nur noch Bruchstücke erhalten bzw. erkennbar. Ein Teilstück (Artikel wird folgen) befindet sich oberhalb der Ortschaft Hristiani (Südwestpeloponnes).

Der ehemalige Bürgermeister (Christos Miggas) des unweit Filiatras an der Küste gelegenen Örtchens Marathopolis ist Nachfahre eines Köhlerclans aus dem Parnon. Er spricht gut englisch und hat außerhalb der Saison Muße und Zeit in seinem Supermarkt oder im Kafenion davon und von vielen anderen Dingen zu berichten (Artikel wird folgen), u.a. vom Besuch der Gefährten des Odysseus auf der Insel Proti, die dem Örtchen vorgelagert ist.

Dem Parnonwald ist der Fleiß der Miggas-Vorfahren und ihrer Mitbewerber bei der Vermarktung ihres Handwerkproduktes leider nicht so gut bekommen.

Zurück zu Aghios Petros: Die Gastronomie und der Ort bieten ausreichend Nahrung für Gemüt und Leib, um zu verweilen. Mit der Beherbergung sieht es im August hingegen oft schwieriger aus. Verschiedene Abstecher lohnen sich. So z.B. zum Kloster Prodromu. Es ist zu erreichen wenn man der Straße nach Tripolis folgt, von dieser nach wenigen Kilometern nach rechts in Richtung Oria abzweigt und weiter über die Ortschaft Karatoulas nach Nea Chora fährt. Aus dem Ort führt eine ausgeschilderte Piste (Monastiri Prodromu) zum malerisch sich in den Berg einfügenden 1998 allerdings nicht bewirtschaftetem Kloster. Vom Kloster ist es nicht mehr weit bis zu einer wahrscheinlich zur Zeit der Türkenherrschaft errichteten Bogenbrücke.

Diesen Baudenkmälern wird in Griechenland nur geringe Aufmerksamkeit zuteil, entsprechend schwer gestaltet es sich, Auskünfte über Ihr woher und wozu zu erhalten. Man erreicht sie, wenn man vom Kloster zurück nach Nea Chora und von dort weiter über die Ortschaft Perdikovrisi Richtung Stolos fährt. Dort wo der Fluß hinter der Ortschaft Perdikovrisi überquert wird, findet man die Brücke neben der Straße.

Ich empfehle aber vor allem eine kurzweilige Wanderung zum Parnongipfel. Man beginnt diese am besten beim Kloster Malevis, das ca 7 km außerhalb von Ag. Petros an der Straße nach Astros liegt. Das Kloster selbst ist nicht so interessant, wie es viele andere auf dem Peloponnes sind. Es liegt am "Ausgang" eines "Tales", von dem man sich bergan einer Fußspur folgend für ca 1,5 Stunden u.a. zwei Almflächen im Nadelwald überquerend, leiten lassen sollte. Ungefähr nach dieser Zeit erreicht man eine Schotterpiste, der man bergan folgen kann. Sie endet bei einer Kapelle am Zugang zu einer Hochfläche, und verläuft sich auf dieser, wenn in den letzten beiden Jahren nicht Bulldozer etc., finanziert aus Strukturhilfemitteln der EU, unterwegs waren.

Die Hochfläche ist Weidegrund für Schafe, Ziegen und manchmal für freilaufende Pferde und Maultiere. Sie wird von den Parnonhauptgipfeln umschlossen. Bis zur Hochfläche braucht man ungefähr eine weitere Stunde auf der kurvigen Schotterpiste. Etwas schneller geht es, wenn man einem Pfad folgt, der direkt bergan führt und die Piste dabei gelegentlich kreuzt/berührt. Bis zum deutlich erkennbaren höchsten Gipfel sind es, wenn man die Hochfläche erreicht hat, noch ca 30 Minuten.

Tipp:

Unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen!

Geschrieben 16.01.2001, Geändert 16.01.2001, 1445 x gelesen.

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