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Pyrgos hat doch reizvolle Ecken

Von Uwe

Nachdem wir in den letzten Jahren immer einen Bogen um Pyrgos gemacht hatten, haben wir uns in diesem Jahr doch einmal in die Stadt hinein getraut. Ich konnte nicht mehr akzeptieren, dass wir vor so einer kleinen Stadt dauerhaft kapitulieren, nur weil wir uns dort schon mehrmals verfahren hatten. Und Anfang September waren die Temperaturen am Nachmittag auch schon wieder fürs Pflastertreten in der Stadt geeignet.

Da im Miniatur-Stadtplan in unserer Peloponnes-Karte nur die Zufahrt von Norden markiert ist, sind wir von Süden kommend vorsichtshalber auf der uns vertrauten Umgehungsstraße um Pyrgos herum gefahren. Der Karte folgend wollten wir ins Zentrum zu fahren, das sich an der höchsten Stelle des Ortes befindet. Als die Straße wieder leicht bergab verlief, war uns klar, dass wir zu weit gefahren waren. Da wir uns in einer Einbahnstraße befanden, haben wir unser Auto an der nächst möglichen Stelle geparkt und wir sind zu Fuß zurück gegangen.

Auf dem Weg ins Zentrum sahen wir von schönen Neubauten bis zu leerstehenden baufälligen Häusern alle Kategorien dicht beieinander. Manche Schäden stammen noch vom Erdbeben, das im März 1993 in Pyrgos große Schäden anrichtete. Sehr gut hat uns der weiträumige zentrale Platz gefallen, an dem auch die Kirche Agios Nikolaos und die Townhall liegen. Der Platz heißt laut Reiseführer Platia Eparkiou und laut Stadtplan Sq. Saki Karagiorga. Es gibt genügend Möglichkeiten, sich in den Schatten zu setzen, etwas zu trinken und die Blicke schweifen und die Seele baumeln zu lassen. Vom oberen Ende des Platzes hat man einen schönen Überblick über die Stadt bis hin zum Meer und den Bergen bei Olympia.

In der angrenzenden Fußgängerzone fanden mit farbigen Pflasterungen und dem Aufstellen hübscher Straßenlaternen gerade weitere Verschönerungsarbeiten statt. Unterwegs kamen wir auch an der im 19.Jh vom Architekten Ziller im klassizistischen Stil erbauten Markthalle vorbei, deren Betreten allerdings nicht möglich ist.

Als wir dann vom Parkplatz unseres Autos weiterfuhren, stellten wir fest, dass wir bereits kurz vor dem Lidl-Markt am südlichen Ende des Ortes waren. Nun können wir beim nächsten Mal auch direkt vom Süden in die Stadt fahren.

Der Architekt Ziller

Der aus Dresden stammende Architekt Ernst Ziller (1837-1923) hat mit der Markthalle auch in Pyrgos seine Spuren hinterlassen. Mit seinen klassizistischen privaten und öffentlichen Bauten aus der 2. Hälfte des 19. Jh. hat er das Bild Athens geprägt. Dort baute er Heinrich Schliemanns Wohnhaus, in dem von 1934-1981 der oberste Gerichtshof tagte und das seit Dezember 1998 als Numismatisches Museum genutzt wird.

Außerdem baute Ziller in Athen u.a. das Königliche Palais, die Kadettenschule, das Nationaltheater, das Dt. Archäologische Institut und das Mausoleum Schliemanns auf dem Zentralfriedhof. Und der stellte das Archäologische Nationalmuseum fertig. Aber auch in Patras und Kalamata findet man Gebäude von Ziller.

Link

Municipal Market (Agora) of Pyrgos

Geschrieben 22.12.2001, Geändert 22.12.2001, 2188 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von Uwe vom 02.10.2011 14:35:02

Link zu Municipal Market (Agora):
odysseus.culture.gr/h/2/eh251.jsp?obj_id =797